Problemzonen des LitteringDer Rheinisch-Westfälische Technische Überwachungsverein (RWTÜV) untersuchte 1998 im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) das Littering in Deutschland. Während eines Zeitraums von sechs Monaten gingen die TÜV-Mitarbeiter durch 590 deutsche Kommunen. Dort suchten sie 30 vordefinierte Standorttypen wie Marktplätze, Radwege oder Haltestellen ab und registrierten alles, was weggeworfen wurde, von Zeitungspapier über Bauschutt bis hin zu Fahrzeugteilen. Die Experten gewichteten die Fundstücke mit dem Kriterium "sichtbare Oberfläche", um zu messen, wie sehr die Abfälle optisch stören. Besonders stark von Littering betroffen waren Ausfallstraßen, Radwanderwege, Autobahnzufahrten, Bus- und Bahnhaltestellen, Parkplätze, aber auch Sportplätze und öffentliche Grillstellen. Großstädte waren signifikant höher verschmutzt - ein Beleg für eine positive Korrelation von Besiedlungsdichte und Grad der Landschaftsverschmutzung. In ländlichen Gebieten mit starkem Tourismus gab es auf Grund vermehrter Reiseabfälle ebenfalls ein erhöhtes Litteringaufkommen. Zur Bekämpfung des Littering müssen nach Ansicht der Verfasser der Studie ganzheitliche Lösungskonzepte erarbeitet werden, wie Aufklärungs- und Motivationsprogramme, die Bereitstellung einer ausreichenden Zahl von Abfallbehältern oder eine verstärkte Anwendung des Ordnungsrechts mit erhöhten Bußgeldern bei Littering-Delikten. Kontakt: |
