Wien

Unterflur-Mistkübel sorgen für mehr Sauberkeit

"Aktion saubere Stadt": 181 neue unterirdische Sammelbehälter in Wien


15.000 "normale" Mistkübel betreut die MA 48 derzeit in ganz Wien, 1.000 Stück sind im Rahmen der von Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima initiierten "Aktion saubere Stadt" kürzlich dazu gekommen. "Damit haben wir wirklich ein sehr dichtes Netz gespannt, das für Ausreden keinen Platz mehr lässt: Ein Mistkübel ist immer in der Nähe", so Sima. An stark frequentierten Plätzen wie Einkaufsstraßen, vor Schulen oder U- Bahn-Stationen leeren die MitarbeiterInnen der Straßenreinigung die vollen Mistkübel bis zu drei Mal täglich. Jetzt setzt die Stadt Wien dort auf eine neue Lösung. Sima: "Mit den Unterflurbehältern, die im Vergleich zu 'normalen' Papierkörben mehr als die zehnfache Menge Müll fassen, gehören überquellende Mistkübel der Vergangenheit an. Wir haben mit den unterirdischen Papierkörben bereits gute Erfahrungen gemacht, etwa im Prater und in der Mariahilfer Straße. Jetzt bauen wir dieses Service deutlich aus, im Rahmen der 'Aktion saubere Stadt' kommen zu den bestehenden 30 Unterflurbehältern weitere 181 dazu." 130 Stück der neuen Mistkübel will die MA 48 noch bis Jahresende 2007 zur Verfügung stellen, weitere 51 folgen im Jahr 2008 - darunter allein 45 Stück im 1. Bezirk mit den Schwerpunkten Kärntner Straße, Graben und Stephansplatz.


Im Straßenbild ist eine rund 80 Zentimeter hohe Röhre aus Edelstahl mit seitlich angebrachten Einwurfsöffnungen und Aschenbecher zu sehen. Wie die herkömmlichen Papierkörbe der MA 48 folgen die Unterflur-Behälter dem neuen Wiener Mistkübel-Design mit oranger "Lippe" um die Einwurfsöffnung und oranger Banderole, die die Mistkübel deutlich erkennbar machen. Seine wahre Größe entfaltet der Unterflursammelbehälter aber unterirdisch: Eine Wanne kann Müll mit einem Volumen von mehr als 600 Litern aufnehmen. Neben dem Vorteil des großen Fassungsvolumens kommt es auf Grund der unterirdischen Mistlagerung zu keinen Geruchsbelästigungen. Entleert wird der Unterflursammelbehälter durch Absaugung mittels herkömmlicher Kehrmaschinen der MA 48.


"Her mit dem Mist!"


Dass es sich bei den eleganten Einwurfstutzen der Unterflurbehälter um Mistkübel handelt, wird den WienerInnen in nächster Zeit deutlich ins Gedächtnis gerufen. "Manche Menschen glauben gar nicht, dass es sich dabei um einen Mistkübel handeln kann, weil er dafür viel zu schön sei", sagt MA 48-Chef Dipl.-Ing. Josef Thon, "daher wollen wir die Unterflurbehälter in nächster Zeit deutlich kennzeichnen. Denn: Auch neue Mistkübel müssen 'gelernt' werden." Mit auf dem Boden angebrachten Pfeilen mit der Aufschrift "Her mit dem Mist!" wird der Verwendungszweck eindeutig beschrieben. Thon: "Jede Verwechslung sollte damit ausgeschlossen sein."


"Aktion saubere Stadt" voll im Laufen


"Wien zählt schon jetzt zu den saubersten Städten der Welt, was erst jüngst durch eine internationale Studie bestätigt wurde. Ein Beleg vor allem für die ausgezeichnete Arbeit der MA 48", erklärte Umweltstadträtin Sima: "Neben diesem sehr guten internationalen Zeugnis wissen wir auch, dass die Wienerinnen und Wiener mit der Sauberkeit in der Stadt zufrieden sind. Das beweist, dass unsere bereits in den vergangenen Jahren verstärkten Anstrengungen für die Sauberkeit in der Stadt greifen. Die guten Werte dürfen aber kein Ruhekissen sein, vielmehr gilt es den positiven Trend weiter zu stärken." Auch in Wien sei ein Nachlassen der Disziplin festzustellen gewesen, so Sima: "Hier gilt es, rechtzeitig gegen zu steuern. Im Rahmen unseres umfassenden Maßnahmenpakets, der 'Aktion saubere Stadt', investiert Wien daher zusätzliche 5 Millionen Euro in die Sauberkeit. Ich bin sicher, dass wir damit unsere Spitzenstellung nicht nur halten, sondern weiter ausbauen können. Die neuen Unterflur-Mistkübel sind dabei ein wichtiger Beitrag."


Die von Ulli Sima initiierte "Aktion saubere Stadt" umfasst ein breites Bündel von Maßnahmen für noch mehr Sauberkeit in Wien:


  • Mehr Personal für die Straßenreinigung: Das Personal der Straßenreinigung bei der MA 48 wird um 200 MitarbeiterInnen aufgestockt. Das entspricht einer Steigerung um 20 Prozent.

  • Eine aus rund 30 Fachkräften bestehende schnelle und mobile Eingreiftruppe der MA 48, die "Kehrforce", kümmert sich rasch um allfällige Missstände. Im "Normalbetrieb" wird die "Kehrforce" bei Schwerpunkt-Aktionen in jedem der 23 Wiener Bezirke aktiv. Neben den herkömmlichen Aufgaben der Straßenreinigung kümmert sich der mobile Einsatztrupp der MA 48 auch um mehr Sauberkeit bei den Altstoffsammelinseln oder den Abtransport von "herrenlosen" Einkaufswagerln.

  • 1.000 neue Mistkübel für Wien: Die MA 48 schafft zu ihren bereits bestehenden 14.000 Mistkübeln noch einmal 1.000 zusätzliche Behälter an. Alle nun 15.000 Mistkübel werden mit Applikationen in orange deutlich sichtbarer gemacht.

  • Mehr Hundesackerlautomaten: Das Angebot an Gratis- Hundesackerlspendern hat sich auf Initiative von Umweltstadträtin Ulli Sima in Wien in den vergangenen Jahren massiv gesteigert. Standen 2004 erst 25 Dispenser zur Verfügung, stieg die Zahl von 312 (Ende 2005) auf 575 (Ende 2006). Jetzt steht Wiens HundehalterInnen der Inhalt von insgesamt 1.450 Dispensern zur Verfügung - und das gratis!

  • Die Problemstoffsammelstellen (PROSAs) kommen näher zu den Wienerinnen und Wienern: Mit 53 PROSAs, davon 19 auf den Wiener Mistplätzen, weist Wien ein sehr dichtes Netz für diese Art von Abfällen auf. Dennoch gibt es auch hier, insbesondere bei den Sammelcontainern abseits der Mistplätze und Märkte, Verbesserungspotenzial. Im Rahmen der "Aktion saubere Stadt" startete die MA 48 in den Bezirken Alsergrund und Donaustadt einen Pilot-Versuch, mit dem die PROSAs näher zu den WienerInnen kommen sollen. Dabei kommt eine mobile Sammelinsel per LKW zum Einsatz, die an verschiedenen Standorten im Bezirk hält. Für die Bevölkerung heißt das mehr Service und Bequemlichkeit, denn die Wegzeiten zur PROSA werden kürzer.

  • Mit dem kürzlich im Wiener Landtag beschlossenen Wiener Reinhaltegesetz wurde die Grundlage für die "WasteWatcher" geschaffen: Diese Organe öffentlicher Aufsicht werden ab Februar 2008 die Sauberkeit im öffentlichen Raum kontrollieren. Bei Verstößen, insbesondere beim illegalen Abstellen von Sperrmüll, "vergessenen" Einkaufswagerln oder dem Liegenlassen von Hundekot, können sie Abmahnungen aussprechen, Organmandate bis zu einer Höhe von 36 Euro verhängen oder - bei schweren Verstößen - auch Anzeige erstatten.


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